Ziegelsteine aus Serbien

Ziegelsteine aus Serbien

Der Morgen des 12. Juni beginnt für uns im Atina Lux, einem gemütlichen Hostel in der kleinen Stadt Leskovac. Bereits am frühen Vormittag klettern die Temperaturen auf über 25 Grad und die pralle Sonne sorgt dafür, dass wir nach dem Frühstück auf dem Balkon schon wieder nass geschwitzt sind.

Nach dem Frühstück schwingen wir uns träge in unsere Sättel. Unsere Räder tragen uns heraus durch Wolken stinkender Abgase heraus aus der Stadt in Richtung Landstraße. Die ersten Kilometer fallen uns heute enorm schwer. Die Reifen kleben am schon weich gewordenen Asphalt. Bei jeder Lenkbewegung ächzen und quietschen die Reifen auf der Fahrbahn.

Parallel zur viel befahrenen Landstraße verläuft eine kleinere, weniger benutzte Straße. Wir entscheiden uns dazu, dort weiter zu fahren, um zumindest die stickige Luft der Autos nicht mehr einatmen zu müssen.

Nach wenigen Kilometern auf dieser Straße sehen wir am linken Fahrbahnrand drei Bauten aus roten Ziegelsteinen. An einem dieser Bauwerke wird gearbeitet, es ist offensichtlich noch nicht fertiggestellt. Um die Gebäude herum stehen nahezu endlose Reihen von gestapelten Ziegelsteinen. Fleißige Arbeiter stapeln Ziegel in der sengenden Mittagshitze. Als sie uns sehen, winken und rufen sie uns zu. Wir sollen offensichtlich zu ihnen kommen. Uns erwartet ein warmer Empfang, sie bieten uns sofort kaltes Wasser an. Keiner von ihnen spricht deutsch oder englisch, lediglich einige verstehen und sprechen einige deutsche Wörter.

Bei näherer Betrachtung der Gebäude und der Männer stellen wir fest, dass es sich hierbei um eine Ziegelei handeln muss, in der fleißige Serben Ziegelsteine herstellen. Sie laden uns ein, ihre Anlage zu besichtigen. Durch Winken und Rufen der Arbeiter werden wir durch die gesamte Ziegelei gelotst.

Zuerst zeigen die braun gebrannten Arbeiter uns, wo die fertig geformten Ziegelsteine zum Trocknen aufgetürmt werden. Die roten Klötze werden noch feucht auf einem Karren zu dem Ort transportiert, an dem sie gestapelt werden. Sorgfältig türmen die Arbeiter die Steine auf und decken sie Stück für Stück mit einer Folie ab. Kein Ziegel gleicht dem anderen.

Als nächstes sehen wir die Anlage, die den braunen Schlamm zunächst auf ein Förderband abwirft und anschließend in die Presse transportiert. Heraus kommt ein brauner Block, der nun in gleichmäßige kleinere Blöcke geschnitten wird. Die zukünftigen Ziegelsteine werden automatisch von einem Band abtransportiert, wo die Arbeiter sie entgegennehmen und auf einem Transportwagen stapeln.

Zum Abschluss dürfen wir die roten Gebäude betreten, die wir von der Straße aus sehen konnten. Hier werden die Ziegelsteine gebrannt, nachdem die Sonne sie einige Tage vorgetrocknet hat. Die Ziegelsteine werden in einem Gewölbe gestapelt, eingemauert und anschließend befeuert. Bei ca. 1.000 Grad nehmen sie nun ihre finale Form an. Mithilfe von Kohleöfen werden diese Gewölbe befeuert.

Wir finden es faszinierend, mit wie viel manueller Arbeit dieser Baustoff in Serbien hergestellt wird. In einer hochautomatisierten Wirtschaft wie Deutschland ist das unvorstellbar.

Die kurze Besichtigung der Ziegelei hat uns viel Spaß bereitet. Nachdem wir gesehen haben, wie hart die Jungs dort arbeiten, fällt uns das Radfahren sofort viel leichter, als noch zuvor. Wir schaffen an diesem Tag noch insgesamt 90 Kilometer.

8 Gedanken zu „Ziegelsteine aus Serbien

  1. Ich entnehme der Karte, dass it bereits in Mazedonien seid! Ihr kommt Griechenland echt schnell näher! Wie immer toller Bericht! Ich freue mich schon auf den nächsten! Grüße aus der Heimat!

  2. Ist echt wahnsinn wie weit ihr schon seid,mit wie viel Kraft und Durchhaltevermögen ihr das meistert und immer nett er Menschen trefft.Ganz toll eure Reise, passt auf euch auf. LG.aus Duisburg

  3. Prima, wie weit Ihr schon gekommen seid. Deine Berichte sind sehr gut und toll geschrieben. Weiterhin gute Fahrt und bleibt gesund und viel Spaß. Eure Nachbarn Sonja und Peter.

  4. Dein Bericht ist wieder super. Bald habt ihr es ja geschafft und das in so einer kurzen Zeit. Respekt ihr beiden. Gut tritt in die Pedalen. Bis dann

  5. Wow, ihr seid echt schon sehr weit, ich hätte gedacht dass ihr irgendwo im Biergarten versackt und nicht weiter kommt, hehe

    Ganz toll macht ihr das. Respekt.

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